Vergangene Veränderungen, beschlossene Maßstäbe und Erwartungen an die Zukunft beantworten unterschiedliche Fragen. Ortswandel führt sie für deinen Ort zusammen.
Entwicklung: Was hat sich bereits verändert?
In den Ortssteckbriefen zeigen wir vorhandene Zeitreihen zu Pkw, Elektroautos, Straßenverkehr, Stickstoffdioxid und heißen Tagen. Jede Zahl behält ihren Zeitraum und ihren räumlichen Bezug. So kannst du sehen, welche Veränderungen gleichzeitig auftreten.
Die Verkehrsmittelwahl aus „Mobilität in Deutschland 2023“ ist zunächst eine Modellschätzung für einen Zeitpunkt. Das Ladepunktregister beschreibt den heutigen Bestand. Diese Angaben erscheinen nicht als vollständige historische Entwicklung.
Nach der MiD 2023 wurden in Deutschland rund 26 % der Wege ausschließlich zu Fuß zurückgelegt. Fußetappen zu Bus oder Bahn kommen hinzu. Die Kennzahl beschreibt Wege, nicht den Anteil aller zurückgelegten Kilometer. Quelle: BMV, bundesweite MiD-Ergebnisse.
Die nationalen Befragungsergebnisse sind etwas anderes als die örtlichen Small-Area-Modellschätzungen in den Steckbriefen. Aus gerundeten Teilanteilen bilden wir keinen scheinbar exakten neuen Gesamtanteil.
Ziele: Welche Maßstäbe sind beschlossen?
Ein kommunales Mobilitätsziel, ein gesetzlicher Grenzwert und eine politische Empfehlung haben unterschiedliche Verbindlichkeit. Deshalb nennen wir Quelle, Zuständigkeit und Zieljahr. Einen Zielabstand zeigen wir nur bei übereinstimmenden Definitionen und Bezugsräumen.
EU · Luftqualität · 2030
20 µg/m³ Stickstoffdioxid im Jahresmittel
Die Richtlinie (EU) 2024/2881 · Anhang I legt den neuen Jahresgrenzwert zum 1.1.2030 fest. Bisher gelten 40 µg/m³. Ausnahmen und mögliche Fristverlängerungen sind an Voraussetzungen gebunden.
Für den Alltag bedeutet das: Die langfristige Belastung durch NO₂ soll sinken. An vorhandenen Messstationen lässt sich der heutige Jahreswert am künftigen Regelwert einordnen. Ein Wert darunter ist keine Zusage für 2030 und keine Aussage über alle Luftschadstoffe oder eine ganze Gemeinde.
Ein örtliches Beispiel ist das Berliner Ziel von 82 % Umweltverbund bis 2030 im StEP Mobilität und Verkehr: Wege zu Fuß, mit dem Rad, Bus und Bahn. Andere Orte brauchen ihre eigenen beschlossenen Ziele. Das Berliner Ziel wird nicht auf ganz Deutschland übertragen.
Deutschland · BMV-Basisprognose
Was die Verkehrsprognose für 2040 erwartet
Die amtliche Basisprognose vergleicht das Basisjahr 2019 mit 2040. Die beiden folgenden Ergebnisse beziehen sich auf den Verkehr in Deutschland insgesamt.
Zurückgelegte Personenkilometer
+7,9 %
Personenverkehrsleistung 2019 → 2040, über alle Verkehrsmittel. Jede Person zählt mit ihrer zurückgelegten Entfernung.
Transportierte Tonnenkilometer
+31,2 %
Gütertransportleistung 2019 → 2040, über die Verkehrsträger. Eine Tonne über einen Kilometer ergibt einen Tonnenkilometer.
Bevölkerung und Wirtschaft: Anzahl und räumliche Verteilung von Menschen, Arbeitsplätzen und Produktion.
Mobilitätsverhalten und Angebote: Entwicklung der Nachfrage und der Verkehrssysteme.
Politische Rahmenbedingungen: die in der Basisprognose angenommenen Verkehrs-, Umwelt- und Energiebedingungen.
Eine Prognose ist eine Erwartung unter Annahmen. Sie ist weder ein beschlossenes Ziel noch eine Garantie. Die Veröffentlichung liefert keine Jahreskurve zwischen 2019 und 2040; wir ergänzen keine erfundenen Zwischenwerte.
Das BMV verlinkt inzwischen auch regionale 2040-Matrizen. Diese sind hier noch nicht ausgewertet: Vor lokalen Aussagen müssen Datenzugang, Nutzungsrechte, Verkehrsarten und Bezugsräume geprüft werden. Nationale Prozentwerte werden nicht auf den Pkw-Bestand einer Gemeinde übertragen.
Ein heißer Tag erreicht mindestens 30 °C Tageshöchsttemperatur. Ein Referenzmittel fasst 30 Jahre zusammen. Damit lässt sich ein einzelner Sommer langfristig einordnen; die 30 °C sind kein gesetzlicher Luftqualitätsgrenzwert.
Rasterwert
Ein aus Messungen berechneter Wert für eine räumliche Zelle. Hier ist die Zelle einen Kilometer breit und lang. Der Wert am Ortsmittelpunkt ist kein Durchschnitt des Gemeindegebiets.
Mobilitätswandel
Veränderungen daran, wie Menschen unterwegs sind, welche Fahrzeuge und Angebote sie nutzen und welche Belastungen entstehen.
Pkw-Dichte
Autos je 1.000 Einwohner. Bei privaten Pkw sind gewerbliche Halter ausgeschlossen. Eine Veränderung der Autozahl ist noch keine Veränderung dieses Verhältnisses.
Umweltverbund
Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn.
Wegeanteil und Kilometer
Beim Wegeanteil zählen ein kurzer Einkauf und eine lange Pendelfahrt jeweils als ein Weg. Personenkilometer berücksichtigen die Entfernung.
Prozentpunkte
Der Unterschied zwischen zwei Anteilen: von 2 % auf 5 % sind es +3 Prozentpunkte.
Bestand und Verkehr
Der Bestand zählt angemeldete Fahrzeuge am Halterort. Verkehrszählungen erfassen vorbeifahrende Fahrzeuge an bestimmten Straßen.
NO₂ und µg/m³
NO₂ ist Stickstoffdioxid, ein Luftschadstoff unter anderem aus Verbrennungsprozessen. µg/m³ bedeutet Mikrogramm je Kubikmeter Luft.
Kfz und Pkw
Kfz sind Kraftfahrzeuge insgesamt, beispielsweise auch Busse und Lastwagen. Pkw sind Personenkraftwagen. Ein Elektroanteil an allen Kfz ist deshalb etwas anderes als ein Elektroanteil nur an Pkw.
BEV und Plug-in-Hybrid (PHEV)
BEV sind reine Batterie-Elektrofahrzeuge. Ein Plug-in-Hybrid hat einen Verbrennungs- und einen extern aufladbaren Elektroantrieb; beide Kategorien werden getrennt gezeigt.
DTVw
Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke an Werktagen, nach den Konventionen der Quelle. Im Berliner Atlas sind es Fahrzeuge pro Tag, längengewichtet auf demselben Straßennetz. Das ist kein Prozentwert der Straßenkapazität.
Median
Der mittlere Wert einer sortierten Gruppe. Die Hälfte der Werte liegt darunter oder darüber. So zeigen wir eine typische Pkw-Dichte ähnlicher Orte.
Die Entwicklung vor Ort
Die Ortssteckbriefe verbinden die verfügbaren Zahlen mit Quellen, passenden Vergleichen und diesem Zukunftskontext.
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